Dicker Mann isst Fast Food und nimmt ungesunde Ernährung zu sich

Ungesunde Ernährung: Die 5 Kardinalfehler

Raik Garve

Minuten Lesedauer

Bist Du es leid, Dich schlecht zu ernähren? Du weißt aber nicht, wie Du es ändern bzw. wo Du genau ansetzen kannst?

In diesem Blogartikel behandele ich die fünf typischen Ernährungsfehler, die viele tagtäglich praktizieren, und die zu einer Fehlverdauung sowie den entsprechenden gesundheitlichen Problemen führen.

Blähungen, Unwohlsein, Müdigkeit, Bauchschmerzen, Übergewicht und viele weitere Symptome können Folgen einer ungesunden Ernährung sein. Indem ich Dir nun die fünf Kardinalfehler in unserer Ernährung präsentiere, hoffe ich Dich zu motivieren, diese abzulegen.


Inhaltsübersicht

Ungesunde Ernährung in Deutschland

54%
haben wenig Ahnung von Ernährung

Quelle: bunte.de

Der Bundesverband der AOK hat anfangs 2020 eine Umfrage zu den Ernährungs- und Einkaufsgewohnheiten in Deutschland lanciert. 

Laut dieser Studie verfügten etwa 54 Prozent der Befragten über „eine problematische oder gar inadäquate Ernährungskompetenz“. Das heißt, sie wissen eigentlich kaum Bescheid darüber, was sie täglich zu sich nehmen – und das sowohl aus Unwissenheit als auch aus Desinteresse.

Das zeigt sich vor allem im Konsum von Fertigprodukten und dem damit einhergehenden Überkonsum von Zucker, Salz und ungesunden Fetten.

Ungesunde Ernährung - Die 5 Fehler unserer Ernährung

1. Fehler: Zu schnell essen

Der erste Fehler der heutigen ungesunden Ernährung: Wir essen viel zu schnell. Warum? 

Erstens nehmen wir uns meistens nicht genügend Zeit für ein entspanntes Essen. Es geschieht oft nur im Vorbeigehen mit einem "Coffee to Go" oder Fast Food. Essen verkommt so zu einer nebensächlichen Tätigkeit. Und das hat Folgen für unsere Gesundheit.

Wenn wir in der Hetze des Alltags einfach nur so nebenbei noch schnell etwas essen, produziert unser Magen nicht ausreichend Magensäure. Und das beeinträchtigt unsere Verdauung.

Die Magensäure spielt eine wichtige Rolle bei der Zersetzung der Proteine in unserer Nahrung: Sie zerfasert diese so weit, dass die Verdauungsenzyme die langen Aminosäureketten vollständig zersetzen können. Ist zu wenig Magensäure vorhanden, kann der Nahrungsbrei im Darm schlechter aufgeschlossen bzw. verdaut werden.

Bei jedem zweiten Bundesbürger verkommt Essen zur Nebensache, so ein Fazit der Umfrage der Techniker Krankenkasse. Die Alltagshektik, die Mobilität und die permanente Medienflut beeinflussen die Esskultur. Bei etwa einem Drittel der Befragten läuft beim Essen der Fernseher oder Computer. Gegessen werde "im Gehen und im Stehen", parallel würden noch die E-Mails gecheckt, klagt TK-Chef Jens Baas.

Also nimm Dir immer Zeit für Dein Essen. Setze Dich hin und genieße es. Ansonsten rächt es sich irgendwann.

Zweitens kauen wir unter Zeitdruck natürlich schlechter und unsere Nahrung wird weniger eingespeichelt. Damit ist die erste Stufe der Verdauung im Mund, also die mechanische Verdauung, unzureichend. Und das erschwert die weitere Verdauung.

Drittens wird durch zu schnelles Essen das Sättigungsgefühl stark verzögert. Wenn wir nicht richtig kauen und unsere Nahrung entsprechend mit Speichel versehen, dann empfängt unser Gehirn deutlich später das Signal, dass wir satt sind. Entsprechend essen wir natürlich viel mehr.

Die Appetitregulation im Gehirn kann durch Fast Food gedämpft werden. Zu diesem Schluss kommen australische Wissenschaftler. Eine ungesunde Ernährungsweise lässt das Verlangen nach mehr steigen – auch wenn man eigentlich schon satt ist.

2. Fehler: Zu viel essen

Das führt uns zum zweiten Fehler der heutigen Ernährungsweise: Wir essen viel zu viel. Das liegt wiederum hautpsächlich an der zuvor beschriebenen Abwesenheit des Sättigungsgefühls durch zu schnelles Essen. Zumeist essen wir so lange, bis wir uns wirklich voll fühlen. Bei zu schnellen Essens ist das erheblich zu viel.

Die Aufnahme von zu viel Nahrung überbelastet unser Verdauungssystem. Wir  merken es, wenn wir uns nach dem Essen müde fühlen, weil unsere Verdauungsorgane vermehrt über den Blutkreislauf mit Sauerstoff versorgt werden müssen. Diese Energie steht dann den anderen Organen, wie auch unserem Gehirn, nicht mehr zur Verfügung.

Wir werden müde und brauchen einen Mittagsschlaf hinlegen. Dieser ist ja grundsätzlich sinnvoll, aber nicht, weil wir unser Verdauungssytem durch Völlerei überlastet haben.

Essen wir auf Dauer zu schnell, reduziert das unser Sättigungsgefühl noch mehr und wir beginnen, grundsätzlich zu viel zu essen.  Die Folge ist eine sogenannte Lebensmittel-schwangerschaft.

Du fragst Dich jetzt vermutlich, was das sein soll? Lebensmittelschwangerschaft ist ein aus meiner Sicht sehr zutreffender Begriff für Übergewicht in Folge zu viel Essen.

Gemäß der Umfrage der Techniker Krankenkasse ist jeder Zweite mit seiner Figur unzufrieden. Eine von zwei Frauen und einer von vier Männer versuchten es schon, mit einer Diät ihr Gewicht in den Griff zu kriegen.

3. Fehler: Zu häufig essen

Wir essen nicht nur zu schnell und zu viel. Wir essen drittens auch viel zu oft.

Es gibt gewisse Lehrmeinungen, die besagten, dass fünf Mahlzeiten am Tag gesund sein sollen. Jedoch ist jede Nahrungszufuhr erstens eine Belastung für das Verdauungssystem, und kommt es zweitens natürlich immer darauf an, was wir essen.

Die meisten Menschen nehmen Nahrungsmittel zu sich, die den Blutzuckerspiegel wie auf einer Achterbahnfahrt rauf und runter gehen lassen.

Süßigkeiten oder Getreideprodukte lassen den Blutzucker beispielsweise relativ schnell nach oben schießen. Auf diesen ersten Zuckerkick, der uns wie “high” fühlen lässt, geht der Blutzuckerspiegel wieder in den Keller und wir erfahren eine Unterzuckerung. Der Körper bekommt ein Hungersignal und er braucht Nachschub, um den Blutzucker wieder anzuheben.

Zumeist greifen wir dann nach genau den Nahrungsmitteln, die den Blutzuckerspiegel letztendlich in eine Achterbahn verwandeln: Auf das nächste Wohlgefühl folgt wieder die nächste Unterzuckerung. So entsteht ein typischer Heißhungerzyklus.

Das führt dazu, dass wir permanent am Essen sind und auf diese Weise viel zu viel Nahrung zu uns nehmen.

"Essen ist eine höchst ungerechte Sache: Jeder Bissen bleibt höchstens zwei Minuten im Mund, zwei Stunden im Magen, aber drei Monate an den Hüften."

Christian Dior, französischer Modedesigner

4. Fehler: Zu spät essen

Der vierte Kardinalfehler ist, dass wir viel zu spät essen. Idealerweise nimmst Du Deine Hauptmahlzeit zwischen 12 Uhr mittags und 16 Uhr nachmittags zu Dir. Zu dieser Zeit haben die meisten Menschen ausreichend Magensäure zur Verfügung und die stärkste Verdauungskraft.

Wenn wir erst um 22 Uhr oder sogar später essen, überlasten wir massiv unsere Verdauungsorgane, die sich zu dieser Zeit auf die Nachtruhe einstellen. Sie sind dann damit beschäftigt, die tagsüber aufgenommene Nahrung aufzuschließen und in die Depots der entsprechenden Organe zu transferieren.

Das bedeutet: Umso später wir essen, umso größer ist die Überlastung unserer Verdauungsorgane, vor allem unserer Leber.

Ist die Leber überlastet, können wir schlechter schlafen. Wir werden nachts häufiger wach und bekommen schneller Alpträume.

Daher solltest Du Deine Hauptmahlzeit in der Mittagszeit einnehmen, wo Dir einfach mehr Verdauungsfeuer zur Verfügung steht. Ohne dieses Völlegefühl kommst Du viel besser in die Nachtruhe bzw. den Schlaf.

5. Fehler: Zu schwer essen

Der letzte der fünf Kardinalfehler einer ungesunden Ernährung ist, dass wir viel zu schwer essen. Was meine ich damit?

Wir essen grundsätzlich viel zu viele „schlechte“ Fette, die sich vor allem in frittiertem und paniertem Essen verstecken. Die beim Erhitzungsprozess entstehenden sogenannten Fett-Mutanten oder Transfette sind für unseren Körper und unsere Zellen extrem schädlich.

„Der Weg zur Gesundheit führt durch die Küche, nicht durch die Apotheke.“

Sebastian Kneipp

"Zu schwer“ meint auch Rohkost. Rohes kann vom Körper schlecht aufgespalten werden. Wird dann noch unzureichend gekaut, wird es für unseren Körper noch schwerer, die guten Nährstoffe aufzuspalten.

Durch die Bakterienverdauung im Darm kann es vermehrt zu Blähungen und Unwohlsein kommen. Daher kann Rohkost nicht pauschal als das Nonplusultra angesehen werden. Allerdings kann auch nicht grundsätzlich gesagt werden, dass Rohes immer schwer zu verdauen ist.

Auch hier spielt es eine Rolle, zu welcher Tageszeit und sogar welcher Jahreszeit welche Menge – zum Beispiel Salat – roh gegessen wird. Auch die eigene Verfassung und Konstitution sind zu beachten.

Wir sollten das Thema Rohkost daher unter Beachtung dieser Aspekten differenzierter sehen.

Auch zu viel Vollkornbrot kann problematisch für die Verdauung werden. Vor allem, wenn wir über längere Zeit keine Vollkornprodukte gegessen haben. Dann ist unsere Darmflora nicht mehr darauf eingestellt.

Ganz ähnlich verhält es sich mit aus reiner Zellulose bestehender Rohkost, wie zum Beispiel Hülsenfrüchten oder Kraut. Diese Nahrungsmittel sind noch nicht durch enzymatische oder bakterielle Prozesse aufgeschlossen und deswegen deutlich schwieriger verwertbar.

Zusammenfassung

Das Thema Ernährung ist komplex. Es umfasst die unterschiedlichsten, zum Teil konträren Meinungen.

Ich hoffe, die oben erwähnten Tipps können Dir in Deinem Alltag als Richtlinie dienen, um eine ungesunde Ernährung zu vermeiden.

Suche Dir von diesen 5 Kardinalfehlern einen aus, den Du am meisten praktizierst, und beginne, Dein Essverhaltenschrittweise in Richtung einer gesünderen Ernährung zu ändern. Du wirst sehen, wie Du Dich nach und nach vitaler fühlst.

Fühlst du dich manchmal verloren in den unterschiedlichsten Ernährungsstilen? Lerne im kostenlosen Online-Seminar von Raik Garve, wieso die moderne Ernährung alles andere als gesund ist und wie du es praktisch schaffst, dich gesünder zu ernähren.

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Ich wünsche Dir alles Gute und vor allem bleib gesund.

Über den Autor RAIK GARVE

Raik Garve ist seit 2005 Gesundheitslehrer und Dozent in der Erwachsenenbildung. In seinen im gesamten deutschsprachigen Raum gehaltenen Vorträgen, Seminare und Webinaren vermittelt er seit vielen Jahren verständlich und praxisnah das gesamte Spektrum der Schul-, Natur- und Informationsmedizin. Das Ziel seiner Arbeit ist die Synthese von Erkenntnissen der klassischen Lehrschulmedizin mit der Jahrtausende alten Erfahrungsheilkunde zu einem für jeden Menschen leicht nachvollziehbaren und praktisch im Alltag umsetzbaren Gesamtkonzept. Mit diesem Wissen kann jeder zum Experten für die eigene Gesundheit werden.

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